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Jonas & Madelaine

Musical


Musik von Marina Macura
Idee, Buch und Liedtexte von Andréas Härry  

 


Inszenierung


Uraufführung: 10. Dezember 2005
Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL), Schweiz
 

  • Regie: Martina Macura
  • Musikalische Leitung: Bruno Leuschner
  • Ausstattung: Ulrike Radichevich
  • Choreographie: Sean Stephens
  • Chorleitung: Rolf Stucki


Besetzung:

  • Madelaine: Irène Straub
  • Jonas: Patric Ricklin
  • Madelaine im Alter: Elisabeth Schnell
  • Jonas im Alter: Ueli Beck
  • Gisela: Eveline Suter
  • Anja / Sharon: Paloma Würth
  • Robert, Student /Mme Lola / Ensemble: Roland Duppenthaler
  • Student / Ensemble: Yann Schmid
  • Jonas' Mutter / Conférencier / Ensemble: Dorothée Reize
  • Rudolf / Richter / Chef Brauerei / Ensemble: Werner Bachofen
  • Ensemble: Sarah J. Berg, Franziska Flückinger
  • Jonas und Madelaine als Kinder: Whitney Bründler / Rasma Larsen / Elena Meyerhans / Noel Gwerder / Davide Pitzalis / Anton-Conrad Salow

 

 

Premierenchronik

CH UA 10. Dezember 2005 Kultur - und Kongresszentrum, Luzern

 

 

Inhaltsangabe


"Im ersten Akt lernen sich Jonas und Madelaine 1932 als Kinder beim Schlittschuhlaufen auf dem gefrorenen Vierwaldstättersee unter dramatischen Umständen kennen. Trotz der unterschiedlichen sozialen Herkunft ihrer Familien entwickelt sich aus diesem ´heftigen´ Treffen eine tiefe Kinderfreundschaft. Selbst die grossen gesellschaftlichen Turbulenzen der Mobilmachung und der folgenden Kriegsjahre können die Zuneigung nicht brechen. Im Gegenteil: Das kindliche Händchenhalten ist zu Liebe gewachsen.

1948: Jonas studiert erfolgreich Medizin und erhält ein Stipendium für den Abschluss der Ausbildung in Kalifornien. Er vertröstet Madelaine, sie solle doch ´später nachkommen´, wenn er in den USA als Arzt Fuss gefasst habe. Für die junge Frau bricht eine Welt zusammen, verheimlicht sie ihm doch ihre Schwangerschaft. Sie schweigt und lässt ihn ziehen.

Madelaine hat Arbeit in der Lohnbuchhaltung der Luzerner Brauerei gefunden. Die allein erziehende Mutter eines unehelichen Kindes wird von den neuen Kolleginnen argwöhnisch beobachtet und mit abschätzigen Kommentaren bedacht. Jonas hingegen geniesst sein Leben in Amerika mit einer attraktiven Frau und einer gut angelaufenen Arztkarriere. Der American Way of Life hat ihn gepackt: er will die exzentrische Sharon heiraten.

Der zweite Akt beginnt 1962: Jonas lebt als erfolgreicher Arzt in Kalifornien. Bei ihrem ersten Besuch in Amerika erinnern ihn seine Eltern, dass er Vater einer 13-jährigen Tochter ist. Jonas verdrängt das ´Problem´.

Die Jahre vergehen. Da unterläuft dem berühmten Arzt ein Kunstfehler, der ihn beruflich und privat auf einen neuen Weg zwingt. Madelaine ihrerseits lebt eingeengt in einer kleinbürgerlichen Vernunftsehe in Luzern. Die zum Teenager herangewachsene Tochter Gisela will endlich ihren richtigen Vater kennen lernen. Im ´Summer of Love´ - und damit der Lancierung der Hippie-Bewegung 1967 - reist sie in die Staaten. Sie hat vernommen, dass Jonas als Arzt in San Francisco Jugendarbeit betreibt. Die beiden treffen sich tatsächlich. Viel haben sie sich zu erzählen. Jonas hat aber Angst, den Schritt einer Rückkehr in die Schweiz an die Hand zu nehmen.

Es vergehen zwei Jahre. Madelaine - inzwischen geschieden - ist die stadtbekannte Gastgeberin in einer Hotelbar geworden. Jonas hat sich endlich dazu entschlossen, zurück an die Reuss zu kommen. Die beiden treffen sich, und die alte Leidenschaft ist augenblicklich wieder da. Ein normales Leben scheint sich einzustellen, doch Jonas mutiert im täglichen Leben zu einem richtigen Spiessbürger, Madelaine hingegen entdeckt für sich immer mehr das Leben als ´Bohèmienne´ und Künstlerin.

Der Morgen des Bahnhofbrandes in Luzern 1971 bringt den Eklat. Ein weiterer Scheidepunkt in ihrem Leben ist unausweichlich. Diesmal ist es jedoch Madelaine, die ihre Sachen packt und in Paris einen Neuanfang wagt. In der Seine-Metropole lebt Madelaine in den folgenden 20 Jahren ihr grosses künstlerisches Talent aus. Sie wird Malerin und die Enkelin Anja entwicklet sich zur Bühnenkünstlerin. Als Revuetänzerin startet sie durch: Die neue Show wird ein grosser Erfolg. Ihre Grossmutter Madelaine freut sich über den Erfolg ihres Lieblings.

Der Kontakt zwischen Jonas und Madelaine hat sich indes auf einen Briefwechsel reduziert. Ein regelmässiger Austausch von Gedanken kommt in den Jahren 1988 bis 1990 auf. Dann verebbt die Verbindung. Doch ein spätes Happy End wird es geben..."

(aus dem Programmheft zur Uraufführung)

 

 

Kritiken

 

"Selten liegen Regie und Komposition in einer Hand, doch im Falle von Macura war es durchaus ein glückliches Händchen. Sie versuchte freundlicherweise nicht, bei der über mehrere Epochen erzählten Handlung auch die Musikstile der jeweiligen Zeit komplett einzuarbeiten. Stattdessen beschränkt sie sich auf eingängige Melodien, hin und wieder ergänzt um Blues oder Rock'n'Roll. Ungewöhnlich häufig gab es aber an Filmmusik erinnernde instrumentale Passagen, die eingesetzt wurden, um zeitliche Übergänge zu untermalen.

Die Geschichte gibt vor, über drei Generationen hinweg alle Altersklassen anzusprechen. Auch wenn sie im Grunde genommen überall in der Schweiz spielen könnte, wurde sie in Luzern angesiedelt. Andreas Härry recherchierte unermüdlich, um wichtige Stationen der Stadtgeschichte wie beispielsweise den Bahnhofsbrand von 1971 authentisch einzubauen.

[...] Das Erzähltempo lässt den Zuschauer manchmal zu lange bei Details verweilen (beispielsweise in den Kriegsjahren) um an anderer Stelle wichtige Informationen (wie den Selbstmord von Gisela) nur am Rande mitzuteilen. Durch gemeinsame Briefwechsel geht die Story schließlich einfach zu Ende. Das Stück thematisiert die klassischen Rollenkonflikte zwischen Mann und Frau am Beispiel von zwei ziemlich eigenständigen Charakteren. Gesungen wurde dabei auf deutsch, die Dialoge waren im Dialekt.

[...] Die meisten Zuschauer waren von der Lebensgeschichte von Jonas und Madelaine offenbar ehrlich berührt - und letztlich zählt das Gesamterlebnis."

Gunnar Habitz: Jonas & Madelaine, Ein neues Musical aus der Schweiz. In musicals, Das Musicalmagazin, Heft 117, Februar/März 2006, Seite 90 - 91.

 

 

Medien / Publikationen

 

Audio-Aufnahmen

  • CD der UA, Luzern

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Jonas & Madelaine". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 2. Januar 2020.