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Linie² - Der Alptraum

Musikalische Revue


Musik von Birger Heymann, George Kranz, Stanley Walden, Thomas Zaufke u.a.
Text von Volker Ludwig und Rüdiger Wandel

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 16. Oktober 2009
Grips Theater, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: George Kranz
  • Musikalische Einstudierung: Bettina Koch
  • Regie: Rüdiger Wandel
  • Choreographie: Laura Leyh
  • Bühne: Mathias Fischer-Diskau / Merle Vierck
  • Kostüme: Marie Landgraf

 

Besetzung: 

  • Basti / Leon (Kind) / Hucky / Kontrolletti / Schläger / Schrump (Firma Cutecut): Sebastian Achilles
  • Jimmy Henrichs / Otto (Ossi) / Frank Meyer (Regisseur) / Malocher / Motzverkäufer / Kontrolletti / Klemp (Firma Cutecut): Thomas Ahrens
  • Gül / Mathilda (Kind) / Stewardess / OP-Schwester 1: Jennifer Breitrück
  • Gianna / Lisa (Kind) / Chilly / Mandys Mutter / Christiane (Kostümbildnerin): Katja Götz
  • Gustav / Ede / Video-Tourist / Verwirrter / Eingegipster / alter Berliner / Hermann-Darsteller: Dietrich Lehmann
  • Thomas Kowalewski: Jens Mondalski
  • Jack the Lion / String (Visu) / Mann mit Widerholungszwang / Double des Jungen im Mantel / Lehrer / Reibach (Banker) / Penner-Darsteller: Robert Neumann
  • Nedda / Milli (Kind) / Yoki (Visu) / OP-Schwester 2 / Maria-Darstellerin: Nina Reithmeier
  • Tessa / Mathildas Mutter / Hulda / Wachtturmfrau / Mandy / Berliner Hausfrau / Petra (Maskenbildnerin): Stephanie Schreiter
  • Taifun / Torsten (Erzieher) / Chris (Wessi) / Motorradrocker / Kontrolletti / Schläger / Jonny-Darsteller: Jörg Westphal
  • Dirty Dino / Max (Kind) Grey (Visu) / OP-Arzt / Klara (Transsexueller) / Martin (Requisiteur): Roland Wolf
  • Mann am Klavier: Mathias Witting / Robert Neumann

 

 

 

 

Premierenchronik

D UA 16. Oktober 2009 Grips Theater, Berlin

 

 

 

Inhaltsangabe


Als langgewünschter Nachfolger zur Erfolgsproduktion 'Linie 1' schrieb Volker Ludwig eine ironische Abrechnung an diesen Dauererfolg, in dessen Mittelpunkt er Thomas Kowalewski stellt, einen Schauspieler, der seit 23 Jahren den "Jungen im Mantel" in der "Linie 1" spielt und der nach so vielen Jahren Probleme hat, Scheinwelt und Realität auseinanderzuhalten. Ihm begegnen Figuren aus 40 Jahre Grips-Geschichte wie Typen aus 'Café Mitte"oder Fahrgäste aus 'Melodys Ring'.

Klaus Baberg

 

 

 

Kritiken

 
"Damit kein Missverständnis entsteht: 'Linie 2' ist keine Verlängerung der allseits bekannten 'Linie 1' mit der Ludwig und sein Komponist Birger Heymann 1986 einen unerwarteten Mega-Hit landeten, der in aller Welt nachgespielt wurde und im Grips selbst seit nunmehr 23 Jahren seinen festen Platz im Spielplan hat - bei gleichbleibender Ticketnachfrage. Volker Ludwig und sein Co-Autor (und Regisseur) Rüdiger Wandel blicken vielmehr zurück auf die eigene Geschichte, auf mehr als 40 Jahre Kindertheater und Kabarett. Lieder, Rollennamen und Textbausteine aus Kinderstücken, Musicals und frühesten Kabarett-Programmen werden zusammengenwürfelt, neue Bezüge hergestellt, lose szenische Überleitungen konstruiert und mit einigen aktuellen, kabarettistischen Pointen angereichert.

[...] Es gab nicht wenige Besucher bei der Premiere, die wohl die meisten Lieder hätten mitsingen können. Wie überhaupt diejenigen am meisten Spaß hatten, die sich auskannten und die Zitate identifizieren konnten. Einer gedanklichen und emotionalen Wärmestube gleich gab es die vertrauten politischen Feindbilder, die Mut-mach-Szenen für die Unterdrückten, die Fröhlichkeit der Solidarität und den gewohnten E-Gitarren-Rocksound der 70er-Jahre von der Band No Return."

Wolfgang Jansen: ´Linie 2 - der Alptraum. Ein bunter Abend zum Jubiläum. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 140, Dezember 2009/Januar 2010, Seite 8-9.

 

 

"Den rockigen Sound erzeugt der musikalische Leiter und Schlagzeuger George Kranz mit seiner Band, die wie in 'Linie 1' über der Spielfläche hinter einer Gaze platziert ist. Obwohl alle Darsteller mit Microports verkabelt sind, holen sie für manchen Rocksong noch ein Handmikrofon aus der Tasche. Da dies auch bei 'Linie 1' so praktiziert wird, hat dies seinen eigenen Charme. Leider ist für Tanz wenig Raum und Möglichkeit gegeben, so das Choreographin und 'Linie 1'-Gast Laura Leyh nur punktuell Bewegung in die Lieder bringen kann. Ansonsten nutzt sie geschickt die tänzerisch-spielerischen Fähigkeiten der Schauspieler, um das in U-Form sitzende Publikum anzusprechen.

Das von Mathias Fischer-Diskau und Merle Vierck entworfene Bühnenbild nimmt Anleihen bei seinem Vorgänger und greift das Aufklappen von Wänden auf. Doch bei dieser Menge an Möbeln entstehen viel zu lange dauernde Umbauten, die den Revuecharakter betonen und so eher verhindern, dass die 'Linie 2' an Fahrt gewinnt.

[...] Ein Pluspunkt der 'Linie 2' ist das Milieu von heute, das Volker Ludwig glaubhaft für die Theaterbühne abbildet. Auch wenn die Lieder eher als notwendige Mittel hineingestopft wirken, sind es die traumwandlerische Sicherheit in Selbstironie und der pointierte Text, die begeistern."

Frank Wesner: Ver-rückt-blei-ben: Das Theater ist wirklicher als der Alltag. Linie 2 - der Alptraum am Grips Theater Berlin. In: blickpunkt musicals, Ausgabe 43, Nr. 05/2009 November-Dezember 2009, Seite 4-6.

 

 

"Seit 1986 spielt das Grips-Theater nun schon das Musical, das von der Odyssee eines Mädchens aus der Provinz mit der U-Bahn-Linie 1 durch den Berliner Untergrund erzählt. Die 'Linie 1' ist inzwischen so etwas wie das Brandenburger Tor unter den Musicals in Berlin. Die Aufführungen sind noch immer ausverkauft.

Der Dauerrenner schaffte es sogar bis nach New York, Seoul oder Kalkutta. "Meine Lebensversicherung" hat Volker Ludwig, inzwischen Deutschlands meistgespielter Autor im Ausland, das Stück einmal genannt. Und es im gleichen Atemzug verflucht. Sein Grips-Theater, das war ein eigenes Universum. Rebellisch. Anarchisch. Bunt. Eine Gegenwelt zu den klassischen Bühnen, wo die Großen vor Goethe auf die Knie sanken und die Kleinen als Statisten auftraten - wenn überhaupt. Zum 40. Geburtstag des Theaters hat sich der 72-Jährige jetzt doch einen Ruck gegeben und ein neues Berlin-Musical geschrieben. Es heißt 'Linie 2 - Der Alptraum', doch wer eine Fortsetzung erwartet hatte, unterschätzt den subversiven Humor des Autors.

[...] Fast drei Stunden dauert die kratzbürstige Hommage an das Grips-Theater. Doch auch, wenn man dort noch wie vor 40 Jahren auf harten Bänken sitzen muss, vergeht diese Zeit wie im Flug. Es gibt ein Wiedersehen mit bekannten Figuren aus Grips-Stücken.

[...] Und dann ist da noch die Band. Die schönsten Hits aus 40 Jahren Grips verquirlt sie zu einem Potpourri. "Wir werden immer größer". "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind." Oder die ergreifende Ballade: "Hey, Du." So klingt er also, der Soundtrack zu der Generation Tigerente. Ewiggestrig? Nein, das sind nur die Kalauer über Bonzen und Neoliberale, die sich "der Volker" nicht verkneifen konnte. In seinem Herzen ist er immer Kabarettist geblieben. Einer, der mal davon geträumt hat, die Welt über das Kindertheater verändern zu können."

Antje Hildebrandt: Mit der Zweiten fährt man besser. In: Frankfurter Rundschau, 21. Oktober 2009.

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "Linie 2". Original Cast Berlin, 2009. (1xCD).

 

DVD / Video

  • "Linie 2". Original Cast Berlin, 2009. (1xDVD).

 

 

 

 

Kommentar

 
Die musikalische Revue 'Linie 2 – Der Alptraum' erhielt 2009 den mit 7.500 Euro dotierten Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost. Die Aufführung wurde als "beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2009" geehrt.

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Linie 2 - Der Alptraum". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 27. September 2022.