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30 – 60 – 90º durchgehend geöffnet

Musical


Musik von Niclas Ramdohr
Gesangstexte von Thomas Pigor 
Buch von Felix Huby und Heinz Kahlau

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 8. Mai 1998 
Theater des Westens, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Robert Edwards / Niclas Ramdohr
  • Regie: Helmut Baumann
  • Choreographie: Melissa King
  • Stunt-Choreographie: Alister Mazzotti
  • Bühnenbild: Matthias Fischer-Dieskau
  • Kostüme: Marianne Schmidt / Barbara Kremer
  • Licht: Sid Ellen
  • Ton: Hendrik Maaßen
  • Arrangements: John Smalley / Björn Sickert / Niclas Ramdohr

 

Besetzung:  

  • Pit: Ole Solomon Junge
  • Petra: Anna Bolk / Franziska Forster
  • Ruth Schmidt: Elke Rieckhoff / Ina Retzbach
  • Kurt Schmidt: Bodo Wolf
  • Minchen: Dagmar Biener
  • Carlo: Günter Junghans / Hans Klima
  • Jacqueline: Sylvia Wintergrün / Nicole Rößler
  • Girlie: Bettina Meske / Mona Graw
  • Hotte: Detlef Leistenschneider / Wolf Wrobel
  • Andy: Christian Struppeck / Oliver Polster
  • Cover: Oliver Schierholz / Monica Solem

 

Kunden im Waschsalon:

  • Lenard: Axel Weidemann / Sascha Oskar Weis
  • Leander: Joel Kirby / Sascha Oskar Weis
  • Klara: Ina Retzbach / Lieselotte Leist
  • Rosi: Ruth Hornemann / Franziska Forster
  • Franz: Henry Nandzik / Klaus Siebers
  • Rico: Björn Dömkes / Florian Günther
  • Iris: Nicole Rößler / Ruth Hornemann
  • Makler: Alexander Kerbst / Henry Nandzik
  • Tina: Constanze Möricke / Mona Graw
  • Mascha: Meike Zeidler / Dorothee Dalg
  • Sascha: Christopher Dietz / Juan Mochales
  • Ben: Oliver Polster / Christian Struppeck

 

Mitglieder der Gang:

  • Vali: Michael Chadim
  • Bull: Wolf Wrobel / Sven Daum
  • Al: Olaf Meyer
  • Jo: Sascha Oskar Weis
  • Marat Aliev / Stephan Brauer / Cüneyt Ücüncü / Sven Daum / Lance Hendrix / James Walker

 

Bauarbeiter:

  • Bruno: Bernard Rüfenacht
  • John: J. J. Gordon / Klaus Siebert
  • Ali: Paul Arenkens / Klaus Siebert
  • Luigi: Joachim Benoit
  • Cover: Adrian Becker / Juan Mochales

 

Musicaldarsteller:

  • Dorothee Dalg / Rebecca Giacopazzi / Mona Graw / Florian Günther / Heather Kunkle / Lieselotte Leist / Tina Linz / Constanze Möricke / Leslie Unger / Meike Zeidler

 

  • Artisten: Strahlemann & Söhne

 

 

 

Premierenchronik

D UA 8. Mai 1998 Theater des Westens, Berlin

 

 

 

Inhaltsangabe


"Das Buch siedelt die Handlung irgendwo in einem öffentlichen Waschsalon im Berliner Niemandsland der Baukräne an [...], in dem - wie das Leben so spielt, denken die Autoren - immerzu Ost- und West-Bürger aufeinandertreffen: die Jura-Studentin Petra, frisch aus Bielefeld angereist, der schwarze Straßenjazzer Pit aus Pankow, in dem sich Petra umgehend verknallt, ein Leipziger Möchtegern-Kapitalist [...], ein Penner mit den bekannten Texten beim Verkaufen der Obdachlosenzeitung, die verlassene Ost--Frau [...], die alleinstehende West-Frau Minchen, ihres Zeichens Waschsalon-Fürstin mit den stets richtigen Feinwaschtips für alle Arten von Weltschmerz, der abgewickelte Ost-Mann Carlo, jetzt Minchens Faktotum im Waschsalon, die ehe-frustrierten Eltern von Petra und schließlich die Fascho-Gang, die von Hotte angeführt wird und Pit platt machen will, dann aber Girlie als Anführerin akzeptiert, als Hotte ein Messer in den Bauch bekommt, die Pit daraufhin tödliche Rache schwört, doch schließlich überraschend friedlich auseinandergeht, als Petra ihnen erklärt, daß Pit gar nicht der Messerstecher ist. [...] Hinzu kommen einige Nebenfiguren wie das Hippie-Pärchen im Psychostress, der schwule Off-Modemacher, der zum Finale einige ziemlich abscheuliche Entwürfe vorführt, ein Bauarbeitertrupp, der singend Bier in die Fundamente des Reichstages kippt (damit er nicht noch einmal brennt), schließlich Lenard, Leander, Klara, Rosi, Franz, Rico, Iris usw."

Wolfgang Jansen: 30 – 60 – 90º durchgehend geöffnet. Seh'n Se, det is Berlin!: In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 71, Juni/Juli 1998, Seite 4-5.

 

 

 

 

Kritiken

 
"Huby mag ein ausgebuffter TV-Serien-Autor sein (so haben mir zumindest Kollegen seines Faches erzählt), doch von Theaterwirkungen und der Dramaturgie von Musical-Szenen, Songs, Musik und Tanz hat er nur eine ungefähre Ahnung. [...] So wurde das Buch über weite Strecken zum Ärgernis.

Viel zu retten gab es für die Musik Niclas Ramdohrs da nicht mehr. Sie peitscht den Abend zeitgemäß rappend voran, hetzt die Faschos schweißtreibend über die Bühne, wiegt sich walzernd im 3/4-Takt beim nächtlichen Abenteuer von Petras Eltern, legt Minchen ein wunderbar schlichtes Chanson in die Kehle, liefert für die Bauarbeiter ein musikalisches Kabinettstückchen mit Schlagerqualitäten [...] und zeigt sich insgesamt als ausgesprochen stilsicher.

[...] Weitere Positiva des Abends sind insbesondere die Inszenierung und das Cast. Sicher rundet Baumann die Figuren zu wiedererkennbaren Menschen (wo es denn geht), hält die Handlungsstränge übersichtlich (immerhin gibt es sechs bis sieben verschiedene Paarkonstellationen) und verleiht der Aufführung insgesamt den passenden trockenen Ton."

Wolfgang Jansen: 30 – 60 – 90º durchgehend geöffnet. Seh'n Se, det is Berlin!: In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 71, Juni/Juli 1998, Seite 4-5.

 

 

 

"Das ist die Geschichte in ihrer tragischen Banalität und Unentschlossenheit. Denn das ist ihre Krux: sie entscheidet sich nicht, ob sie den Schonwaschgang oder die Kochwäsche einlegen soll, ob sie ein witziger Multikulti-Randgruppen-Abend in einem Waschsalon sein möchte oder sich mit existentiellen gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen will. Die Schläger bleiben konturlos und ohne sozialen Hintergrund. Das Stück läßt selbst die Hauptfiguren ohne Charakter.

[...] Daß der Abend zunächst trotzdem eine eigene Faszination entwickelt, liegt an optischen Reizen und an der feinsinnigen Umsetzung einzelner Szenen, die treffliche Berliner Milieu-Studien liefert. [...] Beeindruckend sind die kraftvollen Stunts und Tanzszenen von großer Akkuratesse. Die Aufmärsche der Rechten wirken bedrohlich, ihr glühender Haß echt. In solchen Momenten stimmt alles."

Birgit Walter: Kochwäsche im Schonwaschgang. im Theater des Westens wurde das Musical "30 – 60 – 90º durchgehend geöffnet" uraufgeführt. In: Berliner Zeitung, ?. Mai 1998.

 

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "30 – 60 – 90º durchgehend geöffnet". Original Cast Berlin, 1998. Theater des Westens/Pallas Group o.Nr. (1xCD).

 

 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"30 – 60 – 90º durchgehend geöffnet". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 8. August 2023.